GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG

Bronzezeit - 1. Jahrhundert v. Chr. (Besiedlung)

18. Jahrhundert (Napoleon)

3.Jahrhundert - 8. Jahrhundert n. Chr. (Christentum)

19. Jahrhundert (Industrialisierung)

8. Jahrhundert - 15. Jahrhundertᅠ (Rittertum)

20. Jahrhundert ( 1. u. 2. Weltkrieg, DDR-Geschichte )

15. Jahrhundert - 17. Jahrhundert (Bauern- u. 30- jähriger Krieg)

17. Jahrhundert (Gegenreformation)

Besiedlung der vorderen Rhön begann in der Bronze- und Eisenzeit, als die Menschen lernten, die Erze metallurgisch zu verarbeiten. Sie zogen aus den fruchtbaren Tälern in die Gebirgsregionen, um das dort vorhandene Erz zu verarbeiten. Bestätigt wurde das  durch umfangreiche Hügelgräberfunde in der Dermbacher Region. In dieser Zeit  begann der Warentausch und es entwickelten sich die Handelswege, von denen auch ein bedeutender, von Fulda kommend, die Dermbacher Flur durchlief. Genannt der Ortesweg, teilte er sich und führte nach Schmalkalden sowie zu den Salzquellen an der Werra.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. kamen die Kelten auf den Handelswegen aus südlicher Richtung in die vordere Rhön. Sie besetzten die kegelförmigen, wasserreichen  Bergkuppen und bauten sie als Ringwallburgen zum Schutz gegen die im Norden lebenden germanischen Stämme aus.
Im 1. Jahrhundert v. Chr. verdrängten die germanischen Stämme der Chatten und Hermunduren die Kelten aus der Rhön und wurden im nordöstlichen Teil heimisch. Die Chatten und Hermuduren lagen oft in Fehde und Tacitus berichtet uns von einem Kampf beider Stämme im Jahre 38 vor Christi um die Salzquellen an der Werra.
Der aufstrebende Stamm der Franken bildete im 3. Jahrhundert n. Chr. das germanische Großreich, welches unter Karl dem Großen im 8. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte.
In dieser Zeit brachten die Benediktinermönche aus Fulda das Christentum ins Feldatal  und unter ihrem Einfluss entwickelte sich die für die Rhön typische Siedlungsstruktur. In dieser Zeit ist auch das Dorf Dermbach entstanden, das unter der Herrschaft der Grafen von Nithardishusen stand.
n der Chronik wurde berichtet, dass  im Jahre 825 der Fuldaer Abt Rhabanus Maurus in Dermbach eine Kapelle weihte.  Das geschichtliche Umfeld deutet also auf eine frühe Entstehung des Ortes hin.
Die erste urkundliche Erwähnung Dermbachs bezieht sich auf eine Urkunde aus dem Jahre 1186. Zu dieser Zeit war Dermbach bereits ein zentraler Ort im Feldatal, denn er beherbergte den Sitz des Zehntbezirkes mit den Marken Diedorf und Roßdorf und die Mutterpfarrei für diese Region.
Die Grafen von Nithardishusen, die oberhalb von Neidhartshausen im Neuberg ihre Burg hatten, verarmten zusehends und verkauften 1214 den Zehntbezirk Dermbach an die Herren von Frankenstein. Die einst mächtigen Herren von Frankenstein verfielen dem Raubrittertum und gerieten mit dem Kloster Fulda in Fehde. Als Fürstabt Adalbert von Leipolz 1266 ihren Stammsitz zerstörte, war ihr Niedergang besiegelt.
In der Folge verkauften sie den Zehntbezirk Dermbach 1317 an Fulda.
1325 erwarb Fulda weitere Gebiete im Feldatal und fasste diese Region zum Amt Fischberg zusammen. Die Verwaltung des Amtes wurde von Dermbach auf die Burg Fischberg bei Diedorf verlegt und einem Amtmann unterstellt.
Zum Amt Fischberg gehörten die Orte Dermbach, Fischbach, Ober- und Unteralba, Diedorf, Neidhartshausen, Brunnhartshausen, Andenhausen, Urnshausen, Empfertshausen, Zella, Klings und Wiesenthal. Der bedeutendste Ort im Amt blieb Dermbach. Er behielt weiterhin das Zehntgericht und die Mutterpfarrei. Die Mutterpfarrei Dermbach, die dem hl. Kilian geweiht war, spielte in der Ortsgeschichte eine zentrale Rolle.
Die erste Kirche soll im Schutz einer Burganlage 825 auf der höchsten Erhebung, dem heutigen Kirchberg, erbaut worden sein. Nach vielen Umbauten erhielt die Kirche 1714 ihre jetzige Form, wobei der Kirchturm teilweise noch aus dem Wartturm der ehemaligen Burganlage besteht.
1411 begann für Dermbach eine ruhelose Zeit, die 353 Jahre andauerte, den Menschen Not und Kummer brachte und mit dem Fischberger Vertrag 1764 ihr Ende fand.
Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Klosters Fulda, das das Amt Fischberg mehrfach verpfändete und letztendlich 1468 in den Besitz der Grafen von Henneberg überging.
1512 geriet der Graf von Henneberg mit dem Ritter von Brandenstein in Fehde und dieser fiel plündernd und brandschatzend ins Amt ein. Besonders betroffen waren die Orte Dermbach, Unteralba, Klings und die Burg Fischberg.
Durch die teilweise Zerstörung der Burg Fischberg wurde der Amtssitz zunächst nach Diedorf und dann nach Dermbach zurückverlegt.
Die unruhige Zeit erreichte für das Amt und Dermbach ihren Höhepunkt mit dem Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit, der mit dem Bauernkrieg 1525 begann.
Der Bauernaufstand weitete sich in der Rhön erheblich aus, so auch im Amt Fischberg, als am 19.4.1525 in Dermbach, Unteralba und Wiesenthal ein Bauernhaufen von 300 Mann entstand.
Die Bauern zogen am 20.4. 1525 von Dermbach nach Zella, plünderten dort das Kloster. Danach zerstörten sie die Burg Fischberg und erreichten am 24.4.1525 Kaltennordheim. Dort wollten sie die Merlinsburg stürmen; jedoch der Amtmann Thams von Herda war Herr der Lage und verhinderte Schlimmeres.
Am 7.5.1525 kehrte wieder Ruhe ein und die Bauern des Amtes Fischberg mussten 1200 Malter Hafer als Strafe abliefern.
1545 erreichte Dermbach die Reformation. Graf Georg Ernst von Henneberg führte nach dem Grundsatz, der Landesherr bestimmt den Glauben seiner Untertanen, in seiner Grafschaft den protestantischen Glauben ein.
Georg von Henneberg sandte den reformierten Theologen Dr. Forster nach Dermbach, der die Kirchgemeinde umwandelte und den ersten protestantischen Pfarrer Georg Rubner einführte.
Somit hatte sich das Amt Fischberg dem neuen Glauben zugewandt. Nur die Dörfer Zella, Föhlritz und Steinberg blieben katholisch, da sie mit der Propstei Zella dem Kloster Fulda direkt unterstanden. Die durch die Reformation hervorgerufenen Konflikte führten 1618 zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, der die Dörfer des Amtes Fischberg bis zur Unkenntlichkeit entstellte. Durch die zentrale Lage Dermbachs zogen von 1622 bis 1645 jährlich Truppenverbände hindurch, die raubend, plündernd und mordend das Dorf schwer belasteten.
Das Kriegsende überlebten nur 30 Prozent der Bevölkerung  und die früher zum Amt Fischberg gehörenden Dörfer
Ober-Gladbach, Ober-Wiesenthal, Teimech, Stege, Zelges, Hummersheim, Almares und Bygaltsdor hatte der Krieg ausgelöscht.
Besonders hart traf es Dermbach. Hatte der Ort zu Kriegsbeginn 199 Einwohner, so überlebten nur etwa fünf Familien, die insgesamt aus 22 Personen bestanden.
Nach dem 30jährigen Krieg erreichte die Hexenverfolgung auch in den Dörfern des Amtes Fischberg ihren Höhepunkt. Nicht nur aus Dermbach,  sondern auch aus den umliegenden Dörfern wurden Frauen zum Tode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Nach einem fragwürdigen Prozess  wurden sie dann in Dermbach oder Kaltennordheim hingerichtet. Allein vier Frauen wurden in Dermbach zwischen 1676 und 1681 verbrannt.
Insgesamt wurden in der Grafschaft Henneberg ca. 200 Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Nach dem Aussterben des Henneberger Geschlechtes 1585 besann sich Fulda auf seine alten Rechte und wollte gemäß des Pfandvertrages das Amt Fischberg wieder einlösen.
Durch Erbfolge war das Amt Fischberg inzwischen an die Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach gegangen, die die Herausgabe verweigerten.
Durch einen Reichshofratsbeschluss  wurde 1707 Fulda das Amt Fischberg  zugesprochen.
Am 25.7.1707 nahm Fürstabt Adalbert von Schleiffras in Dermbach auf dem Zehntplatz unter Huldigung der Bevölkerung das Amt Fischberg für Fulda in Besitz.
Noch im gleichen Jahr wurde der Grundstein für das Barockschloss  gelegt, das 1717 unter Fürstabt Konstantin von Buttlar fertig gestellt wurde.
In dem zuerst erbauten Hauptgebäude wurde der Verwaltungssitz des Amtes Fischberg eingerichtet, der sich zuvor in dem 1670 erbauten Amtshaus am Markt befand.
Außerdem besaß das Hauptgebäude eine Kapelle für die katholischen Christen, die bisher von Zella betreut wurden.
1716 kam mit dem Franziskanerpater Paulus Wolf ein Seelsorger für die sich neu bildende Kirchengemeinde nach Dermbach.
1724 wurde eine Missionsstation für den Franziskanerorden gegründet und 1730 fand die Grundsteinlegung für den Gebäudekomplex des Klosters und der Kirche statt.
1736 wurde die Kirche durch Fürstabt  Amand von Buseck eingeweiht. Das schnelle Anwachsen der katholischen Gemeinde im Rahmen der Gegenreformation rief das Misstrauen der protestantischen Christen hervor.
Die protestantische Obrigkeit in Verbindung mit dem Herzogtum von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde aktiv  und so kam es am 8.9. 1741 zur Besetzung des Amtes Fischberg durch weimarische Truppen. Die Hauptstreitmacht befand sich in Dermbach und hatte die Kirchen und alle wichtigen Gebäude besetzt.
Daraufhin entsandte Fürstabt Amand von Buseck Gardereiter ins Amt Fischberg und so begann am 2.10. 1741 der Dermbacher Krieg. Auf dem Zehntplatz in der Nähe des Schlosses stießen die weimarischen Truppen unter Oberstleutnant Stange und die fuldischen Truppen unter Major von Tettenbach zusammen. In einem kurzen Gefecht, in dem ein fuldischer Gardereiter getötet und ein weimarischer Musketier verwundet wurde, unterlagen die fuldischen Truppen und zogen wieder ab.
Der Streit um Dermbach und das Amt Fischberg dauerte noch bis 1764 an und wurde durch den Fischberger Vertrag beendet. Der Vertrag enthielt die Teilung des Amtes dahingehend, dass die Dörfer rechts der Felda - Fischbach, Wiesenthal, Urnshausen-weimarisch wurden  und die Dörfer links der Felda mit Dermbach blieben fuldisch.
1802 wurden für Dermbach und das Amt Fischberg politische Veränderungen spürbar, als Napoleon das geistliche Fürstentum Fulda aufhob und Fürstabt Adalbert von Harstall zurücktreten musste.
Neuer Herrscher in Fulda wurde Prinz Wilhelm von Oranien, dem auch das Amt Fischberg unterstellt wurde. Er verlegte noch im gleichen Jahr den Sitz des Amtes von Dermbach nach Zella und schloss die dortige Propstei.
Als 1813 die französische Besetzung dem Ende zuging, kamen die siegreichen österreichisch-russischen Truppen am 1. 11. 1813 unter Fürst Schwarzenberg durch Dermbach. In ihrer Begleitung befand sich Kaiser Franz Joseph mit seinem Hofstaat, der in Dermbach Station machte.
Am 1.11. 1813 nahm er vor der Gaststätte ,,Sächsischer Hof" eine Parade der verbündeten Truppen ab und am 2.11.1813 besuchte er einen Gedenkgottesdienst in der katholischen Kirche, der  anlässlich der gefallenen Soldaten von Leipzig gehalten wurde..
Während des Gottesdienstes wurde das Kind des Dermbacher Bürgers Philipp Weider zu Ehren des Kaisers auf den Namen Franz getauft. Danach bestieg der Kaiser seine vierspännige Feldkalesche und verließ unter dem Jubel der Bevölkerung Dermbach in Richtung Fulda.
Mit dem Sturz Napoleons und dem Wiener Kongress 1815 erfolgte eine Neuordnung der Fürstenämter dahingehend, dass das Amt Fischberg und Geisa, früher zu Fulda gehörig, nun Weimar zugeordnet wurde. Damit wurde Weimar Großherzogtum und das bisherige Amt Fischberg wurde in den 4. Verwaltungsbezirk  mit dem Sitz Dermbach  umgewandelt.
Am 27.11. 1815 nahm Großherzog Karl August im Dermbacher Schloss die Huldigung der Bevölkerung entgegen.
Damit erreichte Dermbach seine bisherige größte politische Bedeutung, denn der 4. Verwaltungsbezirk umfasste die ehemaligen Ämter Fischberg, Geisa, Kaltennordheim, Ostheim, Stadtlengsfeld und Vacha.
Die Verwaltungsinstitutionen befanden sich im Schloss, im Amtshaus am Markt und in der ehemaligen Propstei Zella. Zur Bezirksverwaltung zählten ein Justizamt, ein Kriminalgericht, ein Zollamt, ein Rentamt, ein Forstamt und eine Löschanstalt.
1816 umfasste der 4. Verwaltungsbezirk 21 Gemeindebezirke mit 5821 Einwohnern. Dermbach selbst hatte zu diesem Zeitpunkt 840 Einwohner und 160 Häuser.
Am 12.4.1818 wurde durch die Weimarer Regierung das Dermbacher Franziskanerkloster mit der Begründung aufgehoben, dass  im Weimarer Oberland ein missionarisches Wirken nicht mehr erforderlich sei. Damit mussten die acht Franziskanerpater Dermbach verlassen. Nur ihr Prior Gotthard Schreiner blieb als Pfarrer der katholischen Gemeinde.
In der Zeit bis 1828 besuchte Großherzog Karl August und sein Erster Minister Johann Wolfgang von Goethe öfters Dermbach. Sie bemühten sich besonders, die wirtschaftliche Lage der armen Rhöndörfer zu verbessern. Ihr Hauptaugenmerk galt der Entwicklung der Landwirtschaft und des Ausbaues des Braunkohlebergbaus im Bereich Kaltennordheim.
Unter dem Einfluss der Bezirksdirektion entwickelte sich Dermbach zu einem zentralen Ort in der thüringischen Rhön und es gründeten  sich bis 1835 weitere wichtige Institutionen. So entstanden eine Sparkasse, eine Fortbildungsschule, eine Apotheke sowie ein Postamt, das 1868 auch einen Fernsprechanschluss  bekam.
1855 zeigten sich die ersten Ansätze einer Industrialisierung, als Manufakturen der Kork- und Pfeifenkopfschnitzerei sowie eine Forstbaumschule entstanden. Zur Förderung des Schnitzhandwerkes ließ die Dermbacher Bezirksdirektion 1883 in Empfertshausen eine Schnitzschule einrichten.
1866 wurden Dermbach und die umliegenden Dörfer von militärischen Auseinandersetzungen betroffen, die eine Folge der Einigung Deutschlands unter der Führung Preußens waren.
Nach der Schlacht bei Langensalza am 27.6.1866 kamen preußische Truppenverbände über Eisenach in die thüringische Rhön. Am 3.7.1866 trafen sie in Dermbach ein und stießen auf eine bayrische Einheit,  die sich am 27.7.1866 im Ort stationiert hatte. Die Preußen eröffneten im Ortsbereich sofort das Feuer und drängten die Bayern in südlicher Richtung aus Dermbach ins freie Feld. Bei dem kurzen Gefecht traf eine Kanonenkugel das damalige Schulgebäude in der Bahnhofstraße Nr.17.
Noch am 3.7.1866 inspizierte eine preußische Vorhut die bayerischen Stellungen im Raum Wiesenthal sowie Neidhartshausen und am 4.7.1866 griffen die Preußen gezielt an. Dem starken Angriff waren die Bayern nicht gewachsen und brachen nach wenigen Stunden geschlagen den Kampf ab.
163 Tote und 565 Verwundete waren zu beklagen und in Dermbach wurden in der Schule, der Sparkasse und in den Gaststätten Lazarette eingerichtet, um die Verletzten zu versorgen.
Die Soldaten wurden auf dem alten Zehntplatz an der Wiesenthaler Straße in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Für die Offiziere wurden Einzelgräber angelegt. Später wurde der Platz als Soldatenfriedhof hergerichtet.
1880 hatte Dermbach bereits 1120 Einwohner und erlebte einen weiteren Aufschwung durch den Bau der Feldabahn von Dorndorf nach Kaltennordheim.
Der wichtige Anschluss  an das sich ausbreitende Bahnnetz Deutschlands bewirkte die Ansiedlung weiterer Betriebe. So entwickelte sich die Korkschneiderei mit ca. zehn Manufakturen und 200 Arbeitskräften zur bedeutendsten Industrie des Ortes.
Mit der Stiftung des katholischen Krankenhauses  "Josephinum" 1890 ergab sich eine positive Entwicklung im sozialen Bereich. Diese setzte sich mit der diakonischen Schwesternstation fort, in der 1898 ein Kindergarten eingerichtet wurde.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und dem Zusammenbruch der Monarchie änderten sich für Dermbach und die thüringische Rhön die politischen und territorialen Strukturen grundlegend. Der 3. und 4. Verwaltungsbezirk des sich auflösenden Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach wurde zum Kreis Eisenach zusammengefasst. Die thüringischen Grafschaften und Herzogtümer wurden zum Land Thüringen vereinigt.

1904 Staatshandbuch

Großherzog Wilhelm Ernst, Enkelsohn von Carl Alexander, übernahm Regierungsgeschäfte 1901, Bezirksdirektor war Otto Schmidt. Vorhanden waren die bekannten Ämter; außer Justizamt  ein Arzt und ein Tierarzt, ein Oberwachtmeister mit zwei berittenen und zwei Fußgendarmen. Schulsituation unverändert. Der 4.Verwaltungsbezirk hatte 81 Gemeinden mit 39909 Einwohnern und in Dermbach 1135 Einwohner und 206 Wohnhäuser.

Am 31. März fand in Dermbach die Übergabe der Feldabahn seitens der Großherzoglich - Weimarischen  Staatsregierung und der Lokalbahn - Aktiengesellschaft in München an die Königlich -preußische Eisenbahnverwaltung mit einem Festmahl im "Sächsischen Hof".statt. 
Evang. Kirchenchronik

Tourismus: Ausländer aus England und Holland besuchen schon seit 1888 Dermbach. Die Besucher nehmen ständig zu. Hauptsächlich, um in der Felda zu angeln, verbringt man hier den Urlaub. Der Weimarische Staat ist Eigentümer der Felda. Pächter der Felda von Weilar bis Neidhartshausen ist der Besitzer des "Sächsischen Hofes" Heinrich Steinhauer mit der Auflage, jährlich 2000 Stück Forellen auf 2 km Fischwasser im Frühjahr einzusetzen. Viele Aktivitäten des Verschönerungsvereins - unter anderem auch die Herstellung von schönen Postkarten, um den Ort bekannter zu machen.
Evang. Kirchenchronik

Erweiterungsarbeiten an der Wasserleitung im Ort werden durchgeführt. Die erste Wasserleitung wurde 1884   dem Ort von der Sparkasse  geschenkt. Außerdem baute die hiesige Sparkasse ein neues Armenhaus.

Zu Ostern wurde auf Anregung von Sup. Westhoff eine höhere Privatschule gegründet, um Jungen für Gymnasium und Mädchen für höhere Töchterschule vorzubereiten - Schulgeld 150 Mark pro Jahr; Standort jetziges Haus Schubert
Evang. Kirchenchronik

1905 In Dermbach gab es 1376 Einwohner und 221 Wohnhäuser. Eine Ortsbibliothek wurde ins Leben gerufen mit einem Bestand von etwa 1000 Bänden, die größtenteils von hiesigen Einwohnern gespendet  und durch den Erlös eines Sonderkonzerts gekauft wurden. Die Bibliothek hat ihren Sitz im "Deutschen Haus"; ein Lesegeld wird nicht erhoben.
Evang. Kirchenchronik

1910 Erbauung eines Elektrizitätswerkes an der Felda durch Reinhold  Diel. Am 1.10.1910 Stromlieferung in Dermbach.

1912 Bau einer fünfklassigen Schule mit 3 evangelischen Klassen, 2 katholische Klassen und einer großen Turnhalle. Vorher Unterricht für evangelische Konfession in 2 Gebäuden - je ein Raum für 4 Klassenstufen einmal im jetzigen Museumsgebäude und im Haus Hess. Katholiken - 2 Räume im Gebäude des ehemaligen Klosters der kath. Kirche. Im Jahre 1938 wurde die Trennung der Konfession aufgehoben.

1914 bis 1918 fallen 97 Männer im Ersten Weltkrieg aus Dermbach und den Ortsteilen

1923 bis 1924 wird die ehemalige Dermbacher Zuckerfabrik zu einer Glashütte umgebaut. Das Gebäude benutzte man vorher auch als Fassfabrik, Möbelfabrik, chemische Fabrik und Ballsaal.

1930  25. Mai wurde auf der Cent unter Beteiligung von Vereinen und Bevölkerung das neue Kriegerdenkmal auf dem Ehrenfriedhof eingeweiht, Standort ist heute die Parkanlage hinter der evang. Kirche.

1931  Am 10. März "Verkraftung der Post" - Es wurde ein Leitpostamt in Dermbach eingerichtet, von welchem die Postorte in "Dermbach-Land" zweimal am Tag mit kleinen Postautos die Post brachten.

Am 17. Mai weihte der Rhönklub als weiteren Aussichtspunkt über Dermbach den Staudtblickpavillion ein, benannt nach Forstmeister Staudt.

Die  Korkfabrik "Eichhorn und Mester" feierte am 11. September 75- jähriges Bestehen.

Am 19. Juli fand der erste Kreisfeuerwehrtag des Kreises Eisenach unter Beteiligung von 350 uniformierten Feuerwehrleuten im gastlichen Dermbach statt.

Für die evangelische Kirche wurde eine in Empfertshausen geschnitzte Weihnachtskrippe angeschafft, die auch heute noch an den Weihnachtsfeiertagen den Altar schmückt; entstanden unter Leitung des Eisenacher Professors Blechschmidt, der auch die Petrusfigur am "Sächsischen Hof" entwarf.

1932  Im April wurde das neue Schuljahr mit der Eröffnung einer Mittelschule begonnen.

Errichtung eines "Heimatmuseums für das Eisenacher Oberland" mit Hilfe der Sammlungen des Apothekers Ernst Keller in den Räumen des Schlosses.

Eröffnung eines Rechtsanwaltbüros von Dr. Mittermüller aus Eisenach im Nebengebäude der hiesigen Apotheke.

Im Mai 60- jähriges  Jubiläum des "Turnvereins 1872 Dermbach" in Verbindung mit dem in Dermbach  ausgerichteten 14. Bezirks-Turnerfest gefeiert.

Am 4. Juni -  50- jähriges Bestehen der Dermbacher Feuerwehr.

In diesem Jahr wurden das erste Mal wieder mehrere Krammärkte abgehalten.

Einrichtung eines freiwilligen Arbeitsdienstes für 30 junge Leute bis 25 Jahre, die vorwiegend bei dem Wegebau eingesetzt wurden.

1933  Am 4.  Mai bestand die Dermbacher Sparkasse 100 Jahre

Im Juni Errichtung eines neuen Kreuzes aus Lärche mit geschnitzter Figur auf dem Gläser durch Rhönklub.

Mit der Reichstagswahl am 11. November wurde politische Situation endgültig zugunsten der Nationalsozialisten verschoben. Mit fast 100 Prozent gewannen sie in Dermbach und Ortsteilen die Wahl.

1934  am 7. Oktober - Einweihung der neuen Feldabahn (normalspuriges Bahngleis) und des Bahnhofes

1935  am 7. Juli - Bau des Dermbacher Schwimmbades

1937  am 11. November - Einweihung einer landwirtschaftlichen Schule in der Bahnhofstraße, heutige Grundschule

Es gab im laufenden Jahr noch  5  Märkte wie: Krammarkt, einen Kram- ,Saat- und Honigmarkt, einen Vieh- und Schweinemarkt, einen Schweine - und Taubenmarkt und einen Schweine, - Federvieh- und Taubenmarkt.

1939  bis 1945: Die traurige Bilanz des Zweiten Weltkrieges sind 193 Tote.

1945  am 4. April:  Besetzung des Ortes durch Amerikaner; 8. Juli: Einzug russischer Truppen und Abzug der Amerikaner

Das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 hatte noch schlimmere Folgen für die Dörfer der thüringischen Rhön. Mit den unseligen Beschlüssen des Potsdamer Abkommens wurde das Land Thüringen der sowjetischen und das Land Hessen der amerikanischen Besatzungszone zugeordnet. Damit wurde die Grenze der Kreise Eisenach und Fulda Demarkationslinie und später der Eiserne Vorhang mit all seinen Folgen.

1948  Die alte Schule wird das Bürgermeisteramt.

1949  Die  Einwohnerzahl Dermbachs beträgt 1672.

Gründung einer MAS: Maschinen-Ausleih-Station

Es werden zwei "Konsum" - Geschäfte eingerichtet, einmal am Markt - ehemals Gemischtwarenladen Gündel und das ehemalige Textilgeschäft Oechel.

1950 Zur besseren Versorgung der Bevölkerung wird ein HO-Laden in der Bahnhofstraße eingerichtet; heute ist hier das Hotel „Zum Rhönpaulus“ zu finden.
1952 Es wird in der am 7. Oktober gegründeten DDR eine Gebietsreform durchgeführt, wonach Dermbach mit den Ortsteilen nun zum Kreis Bad Salzungen im Bezirk Suhl gehört.
1953 Es folgt die Umbenennung der MAS (Maschinen-Ausleih-Station) in MTS (Maschinen-Traktoren-Station). Diese wurde nun mit Großmaschinen wie Mähdreschern und Traktoren aus sowjetischer Produktion ausgestattet.
1958 PGH „Karl Marx“ und PGH „Korkeiche“ werden gegründet.
Das seit 1951 bestehende Gymnasium wird 1958 wieder aufgehoben.
Schließung der evangelischen Schwesternstation am 15. November.
1959 Gründung der Maler-PGH “ Feldatal“, erst im Jahre 1968 findet der Anschluss der Klempner statt.
Am 7. Oktober wird das Dermbacher Heimatmuseum in der Villa Drummen in der Bahnhofstraße wiedereröffnet.
1960 Mehrere landwirtschaftliche Betriebe werden gegründet
1961 Ausbau des Kindergartens: Kapazitätserhöhung von 39 auf 69 Plätze, sowie die Einrichtung einer ersten Kinderkrippe mit 25 Plätzen
Gründung der PGH „Rhönmetall“
1962 Bau eines Feuerwehrgerätehauses und Einrichtung einer zentralen Müllabfuhr
Von 1962-1965 finden auf dem Karl-Friedrich-Stein, sogenannter Staudtblick, insgesamt 5 Motor-Cross-Rennen statt. Die Strecke wurde von Mitgliedern der Armeesportgemeinschaft „Vorwärts“ Dermbach angelegt.
1966 Gründung der KAP Dermbach, Zusammenschluss der 1960 gebildeten LPGen der Ortsteile mit LPG „Gläserberg“ Dermbach
1969 Es erfolgte die Trennung der pflanzlichen und tierischen Produktion. Die KAP (Kooperative- Abteilung- Pflanzenproduktion) wurde gebildet mit Sitz in Dermbach, Vorsitzender Hermann Zobel.
1970 Straßenbau Steinstraße und Marktstraße
1974 Verwaltungsmäßig werden Unter- und Oberalba in Dermbach eingegliedert
1975 Gründung des Gemeindeverbandes mit den Gemeinden: Dermbach, Stadtlengsfeld, Gehaus, Urnshausen, Wiesenthal, Oechsen, Weilar, Wölferbütt (3.10.)
1975 Die seit 1971 tätige Bürgermeisterin Anni Weiske, SED, ist nun auch Vorsitzende des neugegründeten Gemeindeverbandes Dermbach.
1976 Wasserleitungsbau in der Bahnhofstraße
1976 Inbetriebnahme der 1600er Kälberaufzuchtanlage und der 2000er Milchviehanlage am Lindig
1977 Gründung der LPG- Pflanzenproduktion „Thomas Müntzer“
1980 Zentralbibliothek für den Gemeindeverband in Dermbach, Bahnhofstraße 13
Gemeindebibliothek wurde zuvor von Herrn und Frau Hackel geleitet.
1985 Im Dermbacher Schwimmbad entstehen neue Umkleidekabinen. Familie Rothaupt betreute in diesem Jahr etwa 36000 Badegäste.
1986  Der Schulerweiterungsbau auf dem Grundstück der POS (Polytechnische Oberschule) Dermbach konnte mit Schuljahresbeginn von den Schülern in Betrieb genommen werden. Er ist mit 10 Fachkabinetten ausgestattet.
1987 22.04. Verabschiedung der Bürgermeisterin Anni Weiske und Berufung von Karl Hepp Unteralba, SED, ehemaliger Leiter der Konsumgenossenschaft Bad Salzungen zum neuen Bürgermeister
1987 Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde der Kindergarten in der Sophienstraße im September wieder seiner Nutzung übergeben
1988 In der POS Dermbach wird eine Schulspeisung eingerichtet.
Einführung eines Sommer- und Weihnachtsmarktes in der Gemeinde Dermbach am Markt. Beides soll zu einer schönen Tradition werden.
Im Krankenhaus „Josephinum“ befinden sich noch, wie schon seit Jahren, eine Haut- und orthopädische Station.
In der POS „Maxim Gorki“ wird eine Kinderstomatologie eingerichtet.
Das alte Dermbacher Backhaus wurde anlässlich der 800 Jahrfeier Dermbachs wieder hergerichtet und soll nun in Abständen wieder benutzt werden.
In der Woche vom 11.-17. August feierte die kathol. Pfarrgemeinde den 250. Jahrestag der Weihe ihres Gotteshauses.
Als ältester Chor im Feldatal begeht der Chor der Handwerkskammer Suhl, hervorgegangen aus dem Gesangsverein „Liederkranz“, sein130jähriges Bestehen am 17. Juli.
In der Sophienstraße wird ein Haus der Dienstleistungen und ein Veteranenklub eingerichtet.
In der Steinstraße wird ein neu gestalteter Spielplatz für die Kinder übergeben.
1989 Der im Jahre 1979 neu gegründete Dermbacher Karnevalclub begeht sein 10-jähriges Bestehen mit Veranstaltungen im „Deutschen Haus“ und im „Markert Saal“
1991 Gründung eines Gewerbe- und Verkehrsvereins
Ein neuer Sportplatz wird in Unteralba übergeben.
1992 Die Grundschule erhält ein neues Gebäude in der Bahnhofstraße.
1993 Ein neues Wappen für die Gemeinde Dermbach wird erstellt.
1994 Eröffnung der VR Bank Nord Rhön
Neueröffnung der Tankstelle Leubecher
Dermbach übernimmt vom Land Thüringen das Schloss zum symbolischen Wert von 1 Mark.
Schließung der Kinderkrippe Bahnhofstraße.
Im Dezember Richtfest im Opel-Autohaus“Schlechtweg“
1995 Eröffnung des Fachgeschäftes Raumausstattung Bittorf
Eröffnung des Autohauses „Wächtersbach“
Im Februar wird die Diakonie-Sozialstation eingeweiht.
Im Juli wird ein Bewegungsbad in der Reha-Klinik eingeweiht.
1996 Verwaltungsgemeinschaft Dermbach kauft den Med.-Punkt.
Hermann-Josef Blum wird als neuer Bürgermeister gewählt.
1997 im April Eröffnung des TGF (Technologie-Gründer und Förderzentrum)
Das Museum präsentiert sich im ehemaligen Gemeindeamt Kirchberg 5
1998 Bis zum 8. Juli werden die Reha-Klinik Patienten betreut, danach wird die Einrichtung geschlossen.
Am 16. Juli weilte Finanzminister Andres Trautvetter in Dermbach, besichtigte das inzwischen fertig gestellte Gewerbegebiet, die sanierte Halle des Rhönglaswerkes und nahm am Produktionsstart des neuen Betriebes „Iselautomation“ teil.
Eröffnung der Rhönlandscheune der Dermbacher Agrargenossenschaft.
1999 Fertigstellung des Schlosshauptgebäudes und Einzug von Bürgermeisteramt, Bibliothek und Anwaltsbüro.
2000 1. Maifest als Tradition im Gewerbegebiet mit Firmenpräsentation, kulinarischen Leckerbissen und Rhöner Unterhaltung eingeführt.
Ortsfeuerwehr begeht 175jähriges Bestehen.
Kindergarten-Tagestätten gehen von Gemeinde in Trägerschaft der evangelischen Diakonissenstiftung über.
2001 Kirchensanierung der katholischen Kirche.
Feuerwehrgerätehaus in Dermbach wird eingeweiht.
2002 neue Bäckereifiliale der Bäckerei Hilz, Unteralba, in Dermbacher Bahnhofstraße errichtet.
Gerhard Ruppert wird Dermbachs neuer Bürgermeister.
Übergabe eines modernen Busbahnhofes

Text von Peter Mötzung und Museum Dermbach

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