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In der evangelischen Kirchenchronik fand man diesen Eintrag unter 1905:
“Den Bemühungen des Vorstands des hiesigen Bürgervereins, Bezirksdirektionskassierer Otto Becker gelang es, eine Ortsbibliothek ins Leben zu rufen. Die Bibliothek enthält circa 1000 Bände, die z. T. von hiesigen Einwohnern, von dem Ertrag eines zu diesem Zwecke im Sächsischen Hofe veranstalteten Konzertes und im Übrigen von einem auswärtigen Herren, der sich zur Sommerfrische aufhielt, zusammengebracht wurde.- Ein Lesegeld soll nicht erhoben werden. Die Bibliothek ist im Gasthaus ”Zum Deutschen Haus “ untergebracht. Die Ausgabe und Einnahme der Bücher findet jeden Freitag von 7 -9 Uhr abends statt.”
Seitdem sind 100 Jahre vergangen. Grund genug, sich die letzten Jahrzehnte einmal näher anzusehen...
Wenige Jahre später nach Gründung der Ortsbibliothek wurden Schulbibliotheken errichtet. Die Werke der nationalen Schriftsteller waren hauptsächlich Lesestoff im Unterricht. Auch in den Fabriken entstanden Bibliotheken für die Beschäftigten. Einen großen und wertvollen Bestand hatte die Korkfabrik. Wir finden in der Chronik den Hinweis, dass am 30. Oktober 1937 Dermbach eine gute Volksbücherei erhalten habe und Herr Lehrer Felsch sie leiten werde. Besonders stolz war man auf das “nationalsozialistische Schrifttum und die literarischen Erträge” dieser Zeit. Nach dem Krieg wurden sehr große Anstrengungen unternommen, das Bildungswesen zu reformieren und den Weg zur Bildung allen zu öffnen. Die Bücher wurden subventioniert. Die Bibliotheken erhielten anfangs in sehr einfachen Ausgaben die Klassiker der Weltliteratur und Antikriegsromane. Die Lehrerin Frau Berger leitete die Bibliothek in dieser Zeit im ehemaligen Gemeindeamt. Als 1954 das Ehepaar Hackel nach Dermbach kam, übernahmen die beiden die Schul- und Gemeindebibliothek. Wenig später zog dann die Einrichtung für 35 Jahre in die Bahnhofstraße 13 und der Bestand der Werksbibliotheken wurde eingegliedert. Das Ehepaar Hackel leitete 25 Jahre lang die Bibliothek und baute einen festen Leserkreis sowie einen guten Bestand an Sachbuch, Belletristik und Kinderliteratur auf. Sie schufen das Fundament der bestehenden Bibliothek. Das Bibliotheksgesetz der DDR besagte, dass in allen Orten Bibliotheken einzurichten sind. In Unter- und Oberalba hatte man auch seit Anfang der 50er Jahre eigene Gemeindebibliotheken. Ein Zeitungsbericht meldete bereits seit 1965, dass bis 1968 Dermbach zur Zentralbibliothek umgewandelt und alle Büchereien der umliegenden Orte betreut und angeleitet werden sollten. Dies geschah allerdings erst am 2.1.1980. Die Zentralbibliothek unterstand dem Gemeindeverband und wurde seitdem hauptamtlich durch Frau Käte Hössel geführt. Die Schulbibliothek wurde integriert und der Bestand kontinuierlich in allen Bereichen erweitert. Es gab Schallplatten, Kassetten und verschiedene Zeitschriften. Nach der politischen Wende galt kein Bibliotheksgesetz mehr. Die Einrichtung wurde der Gemeinde untergeordnet und war nun eine freiwillige Leistung. Um keine Miete zahlen zu müssen, wurde die Bibliothek in gemeindeeigene Räume untergebracht und zog innerhalb Dermbachs vier Mal um, bis sie am 16.12.1999 im Dermbacher Schloss ihren gebührenden Platz erhielt. Anfang der 90 er Jahre gab es große Schenkungen von der Armeebibliothek, Bürgern aus Schlitz und auch Einwohner brachten wertvolle Bücher und Zeitschriften. Allmählich bekam Dermbach auch regelmäßig Fördergelder vom Land Thüringen und dem Wartburgkreis zur Bestandsaktualisierung. Zusätzliche Mittel für den Ankauf von CD-ROM, DVD’s und Hörbüchern wurden breitgestellt. Durch Eigenmittel der Gemeinde, Fördergelder vom Land und die Aktion der Bundesregierung “Schulen ans Netz” entstanden 2 Computerarbeitsplätze mit Internetzugang. Das Interesse an der Internetnutzung nimmt stetig zu und die Gemeinde ist bemüht, dass die Computertechnik den aktuellen Anforderungen entspricht. Innerhalb des Schlosses wurde ein Netzwerk aufgebaut, die PC’s entsprechend umgerüstet, um mit den neusten Programmen arbeiten zu können. Weiterhin besteht ein DSL-Anschluss und und ein neuer leistungsstarker Farbdrucker wurde installiert. Heute nach 100 Jahren verfügt die Dermbacher Bibliothek über einen Bestand von 11513 Medieneinheiten, davon 419 audiovisuelle. 600 Leser sind angemeldet und 15000 Entleihungen werden durchschnittlich verbucht. Ca. 4000 Besucher kommen im Jahr in die Einrichtung und 900, die Informationen im Internet abrufen. Die Dermbacher Bibliothek hat immer einen guten Kontakt zu den Bildungseinrichtungen am Ort und Umkreis gepflegt, viele Führungen, Lesungen und andere Aktionen fanden und finden statt. Die Kultureinrichtungen im Ort arbeiten seit 2 Jahren vernetzt, viele Veranstaltungen laufen parallel, werden gemeinsam geplant und durchgeführt, wie auch die 1. Dermbacher Kulturnacht am 27. Mai 2005.
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