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Meteoritenfund von Dermbach

Rainer Bartoschewitz vom Meteoritenlabor Gifhorn und Herr Karl-Friedrich Abe vom Biosphärenreservat Rhön, Sitz Zella, luden zum zweiten Kolloquium ein. Grund war der faustgroße Eisenmeteoritenfund im Jahre 1924 am Baier. Die Gemeinde Dermbach stellte den Schlosssaal zur Verfügung und der Freundeskreis Museum und Bibliothek Dermbach e.V. war für Organisation zuständig und sorgte für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer und deren Gäste. Am Sonntag, dem 9. Oktober, wurde am Emberg feierlich die Meteoritentafel enthüllt, die eine große informative Bereicherung darstellt. Für Wanderer ist der Emberg ein beliebtes Ausflugziel. Die Mitglieder des Kolloquiums waren von Dermbach und seiner Umgebung sehr angetan.

 

Kolloquium um den Meteoritenfund von Dermbach

Das zweite Deutsche Meteoriten Kolloquium fand am 08./09. Oktober 2011 in Dermbach in der Rhön statt. 1924 wurde bei Forstwegearbeiten am Baier ein 1,5 kg schwerer Eisenklumpen entdeckt, der sich als weltweit einzigartiger Meteorit herausstellte und sich heute im Museum für Naturkunde in Berlin befindet. Später wurde unter unbekannten Umständen ein weiteres 53 g Stück gefunden, das sich im Heimatmuseum in Dermbach befindet. Meteorite sind ca. 4,5 Mrd. alte Urmaterie aus der Bildung unseres Sonnensystems Ihre Struktur ist auf ihrer Odyssee durch das Weltall überwiegend erhalten geblieben. Mehr als 85% der bisher ca. 35.000 bekannten Meteorite wurde in der Antarktis und den heißen Wüsten entdeckt. Aus Deutschland sind 44 Meteorite bekannt, davon 5 in Thüringen. Das Auffinden von Meteoriten in Mitteleuropa ist aufgrund der Vegetation, der Bodenverhältnisse und des für Meteorite aggressiven Klimas recht schwierig. Nur knapp 5% aller bekannten Meteorite bestehen aus metallischem Eisen, etwa 1% aus Stein-Eisen, und 94% sind Steinmeteorite (Anteil an feinverteiltem Eisen bis zu 25%). Nahezu alle Meteorite kommen aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, es gibt jedoch einige, die durch Riesenmeteoriten-Einschlägen auf Mond und Mars von diesen planetaren Körpern zur Erde gelangten. Der Meteorit von Dermbach stellt eine von außen rostige knollige Eisen-Masse mit bis zu 42 % Nickel dar. Die Metall-Knollen [Taenit, -Eisen] sowie wenige Schreibersit [(Fe,Ni)3P] Einschlüsse sind durch Troilit [FeS] verbacken". Er hebt sich von den Gesteinen der Umgebung durch sein hohes Gewicht ab und wird stark vom Magneten angezogen. Im Rahmen des Kolloquiums am 8./9. Oktober im Dermbacher Schloss wurden alle bislang bekannten Informationen und Daten über den Dermbacher Meteoriten populärwissenschaftlich durch Wissenschaftler, u.a. des Max-Planck-Institutes und der Universität Jena, präsentiert. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer selbst am besten mit eigenem Metalldetektor nach weiteren möglichen Meteoritenstücken im Gelände suchen. Die interessierten Besucher konnten während der Diskussionen mögliche Hinweise auf weitere Fundstücke und Tourismuspotential aktiv einbringen. Meteoriten-verdächtige Gesteine wurden kostenlos begutachtet!